Mensch. Gesellschaft. Meer.

Mittelmeer-Tier

Spiegelei im Wasser

Bis in den Herbst hinein tauchen an den Küsten Málagas eigenartige, schwabblige Tiere auf: die Spiegelei-Quallen. Sie faszinieren auch die lokale Bevölkerung immer wieder von Neuem.

Foto: Waltraud Rosner

Spiegelei-Quallen – ihnen geht der Ruf voraus, dass sie so aussehen, wie sie heißen. Wenn man die erste dieser Art im Meer entdeckt, kann man es fast nicht glauben: Sie sieht wirklich aus wie ein fettes Spiegelei. Ein Wunder der Natur. Und die Qualle kann außerdem recht groß werden, bis zu 40 Zentimeter im Durchschnitt.

Bis etwa Ende September sieht man an den Küsten Málagas Spiegelei-Quallen, die sich in den wärmeren Monaten des Jahres – von Mai bis Herbst – gerne im spanischen Mittelmeer aufhalten. Manchmal werden sie von den Wellen und dem Wind bis an den Strand getrieben und kommen nicht mehr weg, sitzen fest. Also helfen ihnen Menschen zurück ins Wasser, tragen das schwere und schwabblige Stück mehrere Meter ins Meer hinaus.

Es ist immer ein Highlight, wenn in Málaga eine Spiegelei-Qualle nahe am Strand schwimmt. Nicht nur Kinder, auch Erwachsene weisen rufend darauf hin, nähern sich ihr, begutachten sie fasziniert. Wieso schwimmen sie so nahe am Ufer? «Sie nähern sich den Stränden, vor allem wenn das Wasser wärmer ist, das mögen sie», sagt ein Fischer im Dorf La Cala del Moral, das rund zwanzig Minuten vom Standzentrum von Málaga entfernt liegt.

Die Spiegelei-Qualle ernährt sich von Mikroalgen, die es ihr dann ermöglichen, sich auch vom Sonnenlicht zu ernähren, als wäre sie eine Pflanze. Deswegen sieht man die Qualle oft an der Meeresoberfläche. Aber auch Plankton, kleine Fische und sogar andere Quallen isst sie gerne.

Wenn die Menschen die schwabblige Qualle retten, sprich: tragen, stellt sich die Frage: Erleiden die Leute Verbrennungen oder sonstige Verletzungen? Nein, das Gift der Spiegelei-Qualle ist für den Mensch ungefährlich. ♦

Foto: Emanuele Ferraro

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